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Rechtsunsicherheit

20.01.2015

Bunte Bilderwelten

Ein Dauerbrenner bei der Erstellung von Webseiten und Printprodukten ist das Thema Bilder. Die Texte werden immer kürzer, die Bilder dafür dominanter und größer. Im Plakatstil erfassen wir die Informationen einfach leichter. Doch woher die Bilder nehmen, wenn nicht stehlen? Dass das "Klauen" von Bildern aus dem Internet keine gute Lösung ist, hat sich schon rumgesprochen. Darum wird gern auf sogenannte Stockfotos zugegriffen. Für kleines Geld bekommt man dort gute Bilder, um sie für die Website und Flyer zu nutzen. Aber damit ist es nicht getan. Man sollte sich auch mit der rechtlichen Seite beschäftigen. 

Urheberrecht

Ob Musik, Bilder, Texte: Das Lizenzrecht ist in vielen Bereichen nicht mehr up to date. Es ist verlockend, sind einfach mal was aus dem Internet runterzuladen. Aber es ist ein Unterschied, ob Sie das als Privatmensch oder Unternehmer tun. Wer kennt schon das Urheberrecht im Detail? Es ist wie viele Gesetzestexte "schwammig" und auslegbar. Die meisten Unternehmer sind unsicher, was sie dürfen, was nicht. Und keiner von uns ist anwaltlich so fit, dass er die langen AGBs der Bildatenbankbetreiber wirklich versteht. Es entsteht Rechtsunsicherheit. Ein viel gebrauchtes Wort von Politikern, wenn sie zugeben müssen: "... darauf habe ich keine Antwort, denn eigentlich weiß ich es auch nicht genau".

Ehrlich gesagt: Ich kann auch keine Hilfestellung geben. Will ich auch nicht, da ich damit in Teufels Küche komme. Denn die Lizenzbestimmungen der Anbieter von Bilddatenbanken geben nicht wirklich auf jeden Anwendungsfall eine Antwort. Das Lizenzrecht wird mal so, mal so ausgelegt. Und die AGBs ändern sich ständig. Die Verantwortung über die Nutzung der Bilder liegt ohnehin beim Betreiber der Webseiten. Das muss Ihnen immer bewusst sein, wenn Sie Stockfotos nutzen. Aber ich kann Ihnen einige Tipps geben, wie Sie mit diesem Thema umgehen:

TIPP 1 - Bilddatenbank auch nach rechtlichen Gesichtspunkten auswählen

Für viele Unternehmer ist Fotolia die Nummer 1 bei den Bildagenturen. Dabei ist Fotolia am strengsten was die Lizenzbestimmungen angeht. Lange durfte man die Bilder nicht auf Social Media Plattformen verwenden. Die Angabe des Fotografen war sowohl auf Drucksachen als auch im Internet bei Fotolia schon immer Pflicht. Bislang reichte eine Angabe im Impressum mit einer Liste der verwendeten Bilder. Die Fotolia-Fotografen sehen das wohl anders und lassen sich inzwischen von einer Kanzlei vertreten, die andere Rechte einfordert und fleißig abmahnt. Hier können Sie die Details nachlesen.

Hier noch ein Beitrag, der am Schluss des Artikels Links zu Lizenzbedingungen verschiedener Agenturen auflistet. Meine Empfehlung: Bevor Sie sich für eine Bildagentur entscheiden, nicht nur die Qualität der verfügbaren Bilder bewerten, sondern sich auch über die Lizenzbedingungen Schlau machen. Am besten funktioniert das telefonisch, denn die Antworten der freundlichen Mitarbeiter kann auch man auch ohne Jurastudium verstehen.

Ich arbeite gern mit Thinkstock zusammen. Die Auswahl ist groß, die Bilder von der Qualität her gut und das Lizenzrecht ist nicht so streng ausgelegt wie bei Fotolia.

TIPP 2 - Bildverzeichnis anlegen und pflegen

Speichern Sie Ihre Bilder gleich mit der Angabe ab, wo Sie diese gekauft haben. Also beispielsweise. "Fotolia_12345678.jpg" oder "Thinkstock_987654321.jpg". Beim Einfügen des Fotos auf der Website bennenen Sie das Bild aber bitte um. Und zwar für die Suchmaschinenoptimierung. Geben Sie dem Bild sprechende Namen, beispielsweise "produktfotografie_muenchen.jpg" oder "beratung_fuer_existenzgruender.jpg".

Dann legen Sie sich ein Bildverzeichnis an. Schreiben Sie von allen Bildern, die sich in verschiedenen Bilddatenbank gekauft haben, folgende Informationen in eine Liste: Bildnummer, Kaufdatum, Bildbezeichnung auf Ihrer Website und evtl. noch weitere Informationen. Am besten fügen Sie gleich das Bild in die Liste ein. Egal, ob Sie die Bilder dann auf der Website verwenden oder doch nicht. Sie haben immer die Übersicht. Denn nach zwei, drei Jahren werden Sie nicht mehr wissen, woher das Bild stammt. Ändern sich die Lizenzbestimmungen oder AGBs einer Bilddatenbank, wissen Sie so gleich, welche Bilder betroffen sind. 

TIPP 3 - Eigene Bilder verwenden

Auf der ganz sicheren Seite sind Sie, wenn Sie ausschließlich eigene Bilder für Drucksachen und Webseiten verwenden. Dazu habe ich mich entschlossen. Nun fotografiere ich ja viel und gern und verfüge deshalb über ein großes Archiv oder schieße schnell selbst ein passendes Foto. Wenn die Fotografie nicht Ihr Ding ist, sollten Sie einen Fotografen beauftragen. Achten Sie darauf, dass der Fotograf Ihnen ein zeitlich beschränktes Nutzungsrecht für Print und Web einräumt.

Eigene Bilder sind sowieso immer authentischer als beliebig austauschbare Stockfotos. Ihre Interessenten und Kunden haben sogar schon einen Blick dafür, weil sie auf fast jeder Website Stockfotos angeboten bekommen, aber auch in Prospekten, auf Werbeplakaten oder in Zeitschriften und Magazinen. Und oft begegnet uns der Versicherungsvertreter als Apotheker wieder. Schauen Sie einmal, wieviele Berufe dieser freundliche Herr ausübt.

Gern empfehle ich Ihnen Fotografen aus meinem Netzwerk oder biete Ihnen meine Fotos an. Hier sehen Sie einige Bilder, die ich für Kunden fotografiert habe.

Hier sehen Sie ein Beispiel für eine Website, die ganz ohne Stockfotos auskommt. Auch Karen Bernschein habe ich bei der Erstellung ihrer neuen Website zu eigenen Bildern geraten. Sie hat für das Fotoshooting eine schöne Location mit verschiedenen Hintergründen gemietet. Kleidung zum Wechseln und Bekannte, die Kunden bzw. Patienten darstellen, hat sie mit gebracht. In einem halbtägigen Fotoshooting hatten wir jede Menge Motive für die neue Website im Kasten. Welche Motive wir für welche Website benötigen, hatten wir im Vorfeld besprochen. Die Fotos kann sie auch für Flyer und andere Einsatzzwecke gut nutzen.

TIPP 4 - Auf eine gute Bildsprache Wert legen

Unabhängig von der rechtlichen Situation: Die Bildsprache ist wichtiger denn je und ist Bestandteil der Kommunikation mit Interessenten und Kunden. Bilder haben auf den ersten Blick Einfluss auf unser Unterbewusstsein. Wir erinnern uns gut an Bilder, Werbespots und Fotos, wissen aber gar nicht mehr genau, wer das Produkt beworben hat oder auf welchem Plakat das Foto abgebildet war. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Warum ist das so? Bild und Sprache werden in unterschiedlichen Gehirnhälften verarbeitet. Die rechte Gehirnhälfte ist für Emotionen und Erinnerung zuständig. Da werden auch Bilder im Kopf abgespeichert. Links speichert das Gehirn Sprache und Logik. Nach dem Motto "rechts vor links" rufen wir Bilder und Emotionen ehr ab als sachliche Informationen. 

Deshalb ist eine Bildsprache unheimlich wichtig. Das Bild löst über das Unterbewusstsein Emotionen aus. Und wir wollen uns schließlich wohl fühlen. Darum bitte möglichst positive Bilder auf Webseiten und Flyern zeigen. Und ja nicht zu nahe am Thema sein. Immer wieder bekomme ich den Vorschlag, auf der Website zum Thema  "Netzwerk" ein Spinnennetz abbilden, da würde ich zum Beispiel die Seite sofort wieder verlassen. Oder wird auf der Kontaktseite ein schöner historischer Telefonapparat gezeigt, bekommt so manches Unterbewusstsein mitgeteilt: Altbacken, von vorgestern.

Die Bilder sollten auch unbedingt zueinander passen. Gern wird einmal ein Foto genommen, dann wieder eine "Männchen"-Grafik. Passt nicht zusammen, das registriert sofort wieder unser Unterbewusstsein. 

Mein Tipp: Legen Sie Wert auf eine gute Bildsprache und passende Bilder. Gern berate ich Sie beim Aufbau einer geeigneten Bildsprache für Ihr Unternehmen. Als leidenschaftliche Fotografin habe ich einen besonderen Blick auf Bilder und deren Wirkung.

TIPP 5 - Bildbearbeitung

Kaufen Sie die Fotos aus Bilddatenbanken nicht zu klein. Mit klein meine ich die Auflösung bzw. die Bildgröße. Denn oft setzen Sie die Fotos oder einige davon später noch für Flyer, Plakate oder andere Druckerzeugnisse ein. Während Sie im Web eine Auflösung von 72dpi verwenden, benötigen Sie für den Druck mindestens 300dpi. Doch wie lassen sich die großen Dateiformate von 1 MB oder größer auf eine webtaugliche Größe von maximal 150 KB reduzieren? Wer nicht in das teure Photoshop investieren will, kann für diese Aufgabe GIMP nutzen. Ein kostenlos verfügbares Bildbearbeitungs-Tool. Hier ist eine kurze Anleitung, wie man Fotos für die Website verkleinert. Wählen Sie 72dpi und eine für Ihe Website geeingete Dateigröße. Speichern Sie anschließend das Foto als GIF oder PNG ab.

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